Helmut Kinzelmann spricht über 2018

Helmut Kinzelmann auf den Feldern des Amperhofes
Helmut Kinzelmann auf den Feldern des Amperhofes

Blicken wir zurück ...

auf ein landwirtschaftlich sehr ungewöhliches Jahr mit einer Witterung, die uns in eine andere Klimazone gebracht hat. Ein Sommer (April bis Oktober) mit Temperaturen durchgehend über 20 Grad - das gibt es so sonst allenfalls in der Kölner Bucht oder in Nordfrankreich.


Dadurch waren wir Bauern und Gärtner gezwungen, neu zu überdenken und lernen, wie und was wir anbauen sollen und können. Die alten Bauernregeln gelten nicht mehr - sie wurden aufgestellt, als wir ein anderes Klima hatten.


Wir im Süden Deutschlands hatten zumindest immer wieder etwas Regen, was unterm Strich ein gutes Ernte-Jahr gab. Besonders gut war die Obsternte. Durch einen warmen und trockenen April hatten die Blüten viel Zeit bestäubt zu werden, infolge dessen waren die Bäume übervoll an Früchten, so voll, dass sogar einige Äste das Gewicht nicht tragen konnten und brachen. Fürs Getreide war es etwas zu trocken. Unser Gemüse konnten wir bewässern, so dass dadurch die Erträge ganz gut ausfielen.


Durch die klimatischen Veränderungen sind wir Bauern und Gärtner alle am Rätseln wie es wohl nächstes Jahr wird... Welche Sorten sollen wir anbauen? Wann wird’s wieder so lang warm? Gibt es genug Regen? All das ist ziemlich unvorhersehbar geworden.


Das wird uns Bauern und Gärtner aber nicht davon abhalten mit neuem Schwung ins neue
Pflanz- und Erntejahr zu gehen und zu versuchen, das beste aus der Situation zu machen.

Leider geht es unseren Insekten auch nach wie vor nicht gut.

Zwar stieg die Zahl im Vergleich zu 2017, aber noch immer sind es keine 30% von dem, was es vor 10 Jahren war. So hatten die Singvögel viel weniger Futter und konnten oft nur einmal pro Jahr brüten. Auch für die Schmetterlinge war‘s wieder kein gutes Jahr.


Wir am Amperhof haben extra viel für all die Nützlinge angebaut, um den Insekten mehr Futter und Lebensraum zu bieten. Aber alleine können wir nicht viel bewirken und ändern. Dazu braucht es eine andere Landwirtschaft, eine die der Natur wieder Raum gibt, eine Landwirtschaft, die mit der Natur arbeitet und nicht versucht sie zu beherrschen.


Schon Johann Heinrich Pestalozzi hat gesagt: „Früher oder später, aber gewiss immer, wird sich die Natur an allem Tun des Menschen rächen, das wider sie selbst ist.“

An dieser Stelle möchte ich mich auch herzlich bei Ihnen, liebe Kunden und Kundinnen
bedanken. Durch Ihren Einkauf konnten auf ca. 350 ha Bioanbau gesichert werden. Und das gibt uns die Möglichkeit weiter mit der Natur zu arbeiten und auch von der Natur zu lernen. Denn nur eine gesunde Landwirtschaft garantiert gesunde Lebensmittel und eine lebenswerte Umwelt.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen alles Gute für das kommende Jahr und bleiben Sie sich und uns treu.

Herzliche Grüße vom Amperhof

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