Papier statt Plastik

Seit langem beschäftigen wir uns damit, Plastikverpackung im Obst- und Gemüsebereich abzuschaffen. Demnächst packen wir Kräuter und zarte Pflücksalate in Pergamintütchen und Kartoffeln, Spinat und Äpfel in kompostierbare, wasserabweisende Papiertüten. Für die Frost- und Hitzeschutztüten in unseren Kisten tüfteln wir auch an einer Alternative aus Papier.

Unsere Pilze findet man bereits in einer Pappschachtel, die auch einen Burger als Inhalt vermuten lässt. Diese besonderen Schachteln halten die Ware frisch und sicher. Dabei sind sie komplett kompostierbar. (Konformitätserklärung_Kartonbox) Man kann sie später auch gut als Einlage in den eigenen Kompostmüllbehälter nutzen. Des Weiteren haben wir auch schon mit Plastiktüten und –schalen aus gentechnikfreier Maisstärke experimentiert. Doch dabei fanden wir heraus, dass die angebliche Kompostierfähigkeit dieses Kunststoffes nur unter optimalen Faktoren stattfindet. Sprich der Kompostvorgang muss mindestens 3 Monate betragen und eine Durchschnittstemperatur von 50 – 60°C vorweisen. Erst letzte Woche waren wir auf einer Bioland-Exkursion bei der Kompostieranlage der Münchner Abfallwirtschaft in Freimann und haben nach der aktuellen Lage gefragt. Die Anlage in Freimann kompostiert ca. 50 % des Bioabfalls aus Münchner Haushalten. Dabei wird in einem Zweistufenprogramm kompostiert. In den ersten 4 Wochen wird das organische Material bei 40% trockenfermentiert. Das dabei entstehende Biogas wird in Strom umgewandelt und ins Netz eingespeist. Bei dieser niedrigen Temperatur zersetzt sich der Kunststoff aus Mais oder Kartoffel noch nicht. Danach wird die Masse noch 6 Wochen an der Luft überdacht kompostiert. Dabei kann im Inneren des Komposthaufens eine Temperatur von bis zu 70°C herrschen. Allerdings ist die Kompostierzeit nicht ausreichend um den Kunststoff vollständig zu zersetzen. Das Ende vom Lied: Die sogenannten Störstoffe werden ausgesiebt und kommen ins Heizkraftwerk.

Da dieser Kunststoff keine sinnvolle Alternative ist, tüfteln wir seit einiger Zeit mit dem Hersteller vom Tütle an geeigneten Verpackungen aus Papier. Das Tütle www.tuetle.de wird komplett CO2-neutral in Deutschland hergestellt und besteht aus 100% recyceltem, ungebleichtem und kompostierbarem Spezialpapier. (Konformitätserklärung_Tütle) Wir sind dabei ein plastikfreies Frost- und Hitzeschutz - Inlay für ihre Kisten zu entwickeln. Dabei gibt es allerdings einige Schwierigkeiten bezüglich Größe, Reißfestigkeit und Eignung für den Packablauf. Hierfür haben wir aber noch bevor die erste Hitze kommt, die perfekte Lösung gefunden. Darüber hinaus bekommt unser Käse ein neues Mäntelchen aus Pergaminpapier. Dieses spezielle Papier, was man früher oft in Tante-Emma-Läden und auch als Sichtfenster im Briefumschlag gefunden hat, hält frisch und ist kompostierbar. Das Pergaminpapier kann aber auch ins Altpapier gegeben werden, um wieder recycelten zu werden. Oder man verwendet es als Backpapier. Ihr Käsepaket wird demnächst auch in einem Tütle zu Ihnen kommen. Das Tütle ist außerdem dafür gedacht, als Komposttüte weiter verwendet zu werden. Durch die spezielle Bearbeitung des Papiers ist es reißfest und wasserabweisend. Dadurch wird der Gang zur Biotonne entspannt und fleckenfrei.

Wir freuen uns über Ihre Erfahrungsberichte mit der neuen Art der Verpackung!

 

Bild: Corinna Spitzbarth

Autorin: Sophie Erdmann

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Kommentar von Lisa K. |

Super, dass Ihr euch da so reinhängt!
Ich bin auch immer unglücklich über die großen Plastiksäcke, die mit der Amperhofkiste ins Haus kommen - die stapeln sich bei mir schon im Keller, weil ich auch keine andere Verwendung dafür habe.
Ich kaufe auch keinen Salat, wenn ich er in einer Plastikbox verpackt ist.

Freu mich schon auf die neuen Verpackungswunder!!

Lisa K.

Kommentar von Larissa H. |

Super Sache- ich finde es ganz klasse, dass Ihr hier eine gut durchdachte Alternative zur Plastiktüte gefunden habt und dadurch noch mehr Müll gespart werden kann. Echt toll!

Kommentar von Christine S. |

Über die viele Plastikverpackung war ich immer enttäuscht - gerade bei Bio-Ware wünschte ich mir andere Verpackungen. Schön, wenn es nun eine Alternative gibt.

Kommentar von Susanne B. |

Ja, ich wäre schon sehr froh, wenn die Gläschen mit zB Meerrettich oder Aioli, aber auch Lenis Oliven einfach nur so in der Kiste lägen. Oder in einem "Tütle" mit dem Adress-Aufkleber.
Danke für Ihr Engagement.

Antwort von Sophie Erdmann

Liebe Susanne B.,

vielen Dank für Ihre Anregung. Auch hier sind wir bereits bemüht eine 'Tütle'-Alternative zu finden. Noch tüfteln wir an einer geeigneten Form und Größe.

Viele Grüße aus Bergkirchen

 

 

Kommentar von dagmar h. |

die verpackung der champignons ist nach meiner erfahrung schon super. die pilze bleiben darin lange frisch. super sache!!!!
und ich freue mich auf das erste tütle in meiner kiste.