Woher kommen die Kirschen aktuell?

Erzeugerreise nach Spanien - Biobec und seine Kirschen

Gisela Kinzelmann mit Josè Felix Becceril von Biobec in den Kirschen Copyright by Anna Klemm Photography
Gisela Kinzelmann mit Josè Felix Becceril von Biobec in den Kirschen

Hmmm, Kirschen - diese roten süßen und saftigen Kugeln mochte ich schon als Kind sehr gerne.

Unsere Nachbarn hatten damals zwei Bäume. Sie trugen schon reife Früchte als unser eigener Baum im Garten gefühlt noch blühte. Und Nachbars Kirschen schmeckten süßer und hatten eine sattere Farbe als unsere je bekommen würden. Wir haben uns dann heimlich welche gepflückt und vernascht. Das war eine schöne Zeit und ich erinnere mich gerne zurück.

Als Erwachsener esse ich immer noch gerne Kirschen. Oder hänge mir ein Paar über die Ohren meiner Tochter als Schmuck. Sommerzeit ist Kirschenzeit. Einen eigenen Garten habe ich aber nicht. Ich muss meine geliebten roten Früchte kaufen. Im Supermarkt. Oder beim Obsthändler. Aber woher kommen sie tatsächlich? Werden sie wie ich sie in Erinnerung habe schmecken? Und wer pflückt sie, damit ich überhaupt in Erinnerungen schwelgen kann beim Genießen?

Es gibt eine Alternative, um das herauszufinden: die Ökokistenbetriebe wie der Amperhof. Die Inhaberin Gisela Kinzelmann ist im Juni nach Spanien gereist und hat einige Erzeuger besucht. Als Bio-Pionierin ist sie mit dem Team vom Amperhof immer auf der Suche nach Gleichgesinnten und Partnern, die den ökologischen Landbau wertschätzen und fördern. Direkter Kontakt ist dabei wichtig, um herauszufinden, ob Erzeuger und der Amperhof die gleichen Werte teilen.

So bezieht der Amperhof aktuell die Kirschen von Biobec im nördlichen Spanien unweit von Saragossa. Der dortige Landbauer Josè Felix Becceril war nur eine Station der Erzeugerreise. Beim Besuch des Landbetriebs erzählte er Gisela Kinzelmann, dass Anfang des Sommers 2018 leider Hagel und Regen für ungewöhnliche Wetterbedingungen in Spanien sorgten. So fürchtete Josè Felix Becceril noch, einen großen Teil der Ernte zu verlieren. Der Hagel setzte den Kirschen zu, Regen ließ sie platzen. Ein Albtraum für einen kleinen Erzeuger wie ihn. Auch hierzulande, wo Kirschen jetzt endlich Hauptsaison haben, fürchteten die Bauern anfangs große Ausfälle.

Doch es ist nun glücklicherweise anders gekommen: Diese Woche hat der Amperhof dunkle, sehr saftige und köstliche Kirschen von Biobec in die Abokisten und in den Shop aufnehmen können und liefert schon fleißig aus. Eine weitere Lieferung wird nach jetzigen Aussichten folgen. Und weil die Nachfrage nach Kirschen gerade jetzt in der Ferienzeit wächst - pro Tag bestellen Kunden insgesamt 45-50 Kilogramm vor und die Menge steigt weiter - telefoniert der Einkauf fleißig auf der Suche nach weiteren Kirschen. Aller Voraussicht nach wechselt der Erzeuger dann wieder zurück zu einem
Betrieb am Bodensee. Und so kann der Amperhof abwechselnd regionale und spanische Kirschen anbieten von Partnern, die ihn nicht nur mit Obst sondern auch mit Hintergrundberichten versorgen.

So bekomme ich das Gefühl, die Kirschen fast selbst gepflückt zu haben.

Autorin: Daniela Kretschek

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